Neckarsulm

Neckarsulm – Zwischen Mobilität und Weinbaugeschichte

Neckarsulm, das mit Heilbronn ein durchgehend bebautes, von Industrie geprägtes Gebiet darstellt, war vor seiner Stellung als Industriestandort eine hauptsächlich vom Weinbau geprägte Stadt. Ab dem späten 19. Jahrhundert erlangte Neckarslum Bekanntheit durch die NSU-Motorenwerke. Heute verbindet man mit Neckarsulm primär die Marke AUDI – nichtdestotrotz wurden bereits im 8. Jh. am sonnenverwöhnten Südhang des Neckarsulmer Scheuerberg ertragreiche Reben gepflanzt.

Die Weinberge in Neckarsulm sind für das Weingut eine besondere Bereicherung. Exzellente Lage und ausgezeichnete Böden, die sich von den geologischen und klimatischen Gegebenheiten von den Heilbronner Weinbergen unterscheiden, ergänzen die Angebotspalette hervorragend. Heute bewirtschaftet das Weingut fast 3 Hektar am Neckarsulmer Scheuerberg. Erste Weinberge wurden hier in den 1964er Jahren übernommen und seitdem wurden die Flächen stets ausgeweitet. Heute wachsen in unseren Neckarsulmer Lagen Spätburgunder, Lemberger, Trollinger, Gewürztraminer und Sauvignon Blanc.

Die Burg auf dem Scheuerberg wurde im 13. Jahrhundert von den Herren von Weinsberg errichtet, 1335 an das Erzstift Mainz verkauft und gelangte 1484 zusammen mit der Stadt Neckarsulm durch Tausch in den Besitz des Deutschordens. Im Jahr 1525 wurde die umfangreiche Burganlage im Bauernkrieg zerstört und nie wieder aufgebaut. Heute erinnern das Stadtwappen und sichtbare, stumme Zeugen – z. B. das Schloss und die »Große Kelter« – an den letzten großen Stadtherren und Besitzer dieser Stadt.

Den Namen Scheuerberg glaubt man von seiner Form ableiten zu können – er erinnert an ein Scheunendach. Im süddeutsch-schwäbischen Sprachgebrauch kann „Scheuer“ vom altdeutschen „Schiur“ oder „Sciura“, was so viel wie „Schutz“, „Wetterdach“ oder „Schirm“ bedeutet, abgeleitet werden. Betrachtet man den Scheuerberg aus Richtung Südosten, so fällt ins Auge, dass der Scheuerberg in der Tat die Form eines Scheuendachs hat.

Die keilförmige Ausrichtung von Südwesten nach Nordosten stellt eine natürliche Wetterscheide dar. So ziehen Unwetter vorbei in den Odenwald oder ins Weinsberger Tal. Auf reinen Gipskeuperböden gedeihen kräftige, vollmundige Spätburgunder und Lemberger, die sich aufgrund des hohen Kalkanteils durch eine besondere Finesse auszeichnen.